Forderungen

Geburtsschädigungen sind auch im internationalen Vergleich kein Einzelschicksal. Viele Eltern und Kinder sind Jahr für Jahr betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch – vermutlich zu hoch für ein Land mit einem so hoch entwickelten Gesundheitssystem. Umso erfreulicher, dass die Säuglingssterblichkeit durch die Bemühungen vieler Beteiligter in den vergangenen Jahren so erheblich gesenkt werden konnte. Trotzdem kann es immer noch gefährlich sein, das Licht der Welt zu erblicken. Der AKG fordert daher zur qualitativen Verbesserung in der Geburtshilfe folgendes:

  • Jedes Haus muss rund um die Uhr eine qualifizierte Besetzung vorweisen können (Hebamme, Gynäkologe, Anästhesist und möglichst Kinderarzt).
  • Jedes Haus muss eine MBU (Mikroblutgasanalyse) durchführen können und deren sofortige Auswertung garantieren.
  • Jedes Haus muss im Kreißsaal CTG, Ultraschall und eine Reanimationseinheit haben.
  • Jedes Haus muss eine KSE (Kopfschwartenelektrode) legen können.
  • Jedes Haus muss außer dem Apgar-Wert auch sofort nachgeburtlich den Arterien-pH-Wert bestimmen und auswerten können.
  • Jedes Haus sollte drei kinderärztliche Kontrollen durchführen. Die erste sofort nach der Geburt, eine weitere am 2./3. Lebenstag und die letzte Untersuchung bei der Entlassung.
  • Jedes Haus sollte eine routinemäßige Schädelsonographie zur Früherkennung und evtl. daraus resultierender Therapiemöglichkeit am 2. und 3. Tag durchführen.
  • Jede Hebamme und jeder Arzt muss zusätzlich zur Nutzung der Geräte in der Lage sein, Untersuchungen durch Abhören mit dem Hörrohr, Ertasten der Kindslage sowie eine Beckenaustastung vorzunehmen.
  • Jedes Haus muss innerhalb von 20 Minuten eine Sectio (Kaiserschnitt) durchführen können, Kreißsäle gehören in die Nähe des OPs.
  • Geburten von Risikokindern (Mehrlinge, Frühgeburten, Small-for-date Babys) und Kinder mit – durch Ultraschall gesicherten – Organfehlern müssen in Perinatalzentren oder optimal ausgestatteten Schwerpunktkliniken stattfinden.
  • Die Aufklärung der Schwangeren und des Partners (in der Geburtsvorbereitung, über Geburtsrisiken, Geburtsmodus, Medikamente und deren Wirkungen bzw. Risiken, Einführung in die CTG-Registrierung, Geburtsvorbereitung) muss intensiver betrieben werden.
  • Jeder Gynäkologe muss ein Neugeborenes intubieren und reanimieren können.

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